kerker 01, dritter Unterrichtsblock

3. Unterrichtsblock:


1. cerberus

das bekannteste beispiel:

der höllenhund cerberus heißt im griechischen:

  • kerberos (Κέρβερος)

hier steckt:

  • ker / kerb / kerberos

drin.


das ist besonders spannend, weil:

  • es direkt ein hundewesen ist,
  • sogar ein archetypischer wächterhund.

2. indogermanische wurzelfelder

Es gibt mehrere proto-indoeuropäische rekonstruktionen rund um:

  • ḱer-
  • sker-
  • kerberos-artige formen,

die mit:

  • schneiden,
  • gefährlich,
  • dämonisch,
  • bissig,
  • wild,

assoziiert werden.

ein bissiges tier wie ein Hund passt symbolisch erstaunlich gut dazu.


3. albanisch

Im albanischen:

  • qen = hund

aber:

  • „qer“ / „ker“-artige Cluster kommen in Tier- und Ruflauten vor.

Nicht direkt identisch — aber phonetisch nah.


4. slawischer raum

Interessant:

  • russisch: собака (sobaka)
  • polnisch: pies
  • tschechisch: pes

aber:

der laut „ker“ taucht dort häufig in:

  • bellenden,
  • knurrenden,
  • aggressiven,
  • dämonischen

wortfeldern auf.


5. altgriechische todesgeister: „keres“

In der griechischen mythologie:

  • die keres = todesdämoninnen.

das ist kein hund —
aber wieder:

  • bissig,
  • jagend,
  • hetzend,
  • gefährlich.

cerberus liegt atmosphärisch sehr nahe daran.


6. keltische resonanzen

Im keltischen existieren mehrere hundegottheiten:

  • jagdhunde,
  • unterwelthunde,
  • geisterhunde.

der direkte Laut „ker“ ist dort nicht dominant —
aber:

  • „cŵn“
  • „cur“
  • „carn“-artige formen

tauchen häufig auf.

Besonders:

  • altirisch „cú“ = hund.

Das ist kurz, hart und urtümlich.


7. latein & romanische sprachen

Latein:

  • canis = hund

daraus:

  • canine,
  • chien,
  • cane,
  • cão,
  • etc.

hier fehlt „ker“ —
aber interessant ist:

  • cerberus blieb trotzdem fast unverändert erhalten.

das deutet darauf hin, dass der name als uralte Sonderform empfunden wurde.

atlansagyty: canis = ?

in Leserichtung:

ca =

0

zusammen, mit

0


can = sie sind zusammen (vergleiche engl. can = können, (atlantische Deutung, zusammen sind sie stark und können was bewegen! – ganz wichtig für gruppenbildung!!!)
cani = einzigst was können, was auf die beine stellen, legen, setzen (= schosshündchen)
canis = das starke schosshündchen (mit der dämonischen batterie im arsch drin).

an = ? an, bei, direkt dran
ani = einzigst dran, bei
anis = beim sperma, direkt an den eiern
anis = kraftvoll in die eier beissen, deine kronjuwelen beschädigen, dass es sich negativ auf den
nachwuchs sich ausübt.
a-nis = von den eiern ablassen oder dicht dran sein
nis = eier (vregl. deutsch: nissen = laus-eier!)

1

2

hallo


8. germanische resonanz

deutsch:

  • Köter
  • kläffen
  • knurren
  • kerl (ursprünglich rau/männlich)

das harte k-/kr-/ker-feld wirkt oft:

  • wild,
  • rau,
  • tierisch,
  • körperlich.

9. altägyptische resonanzen

anubis-artige hundegottheiten zeigen zwar kein „ker“ —
aber:

  • wächterhund,
  • totenreich,
  • übergangswesen

passen wieder stark zum cerberus-feld.


„ker“ als hund im balkanraum

im kroatisch/serbisch/bosnischen existiert regional bzw. dialektal:

  • ker = hund
  • besonders:
    • köter,
    • straßenhund,
    • rauer hundebegriff.

das wort gilt meist als:

  • vulgär,
  • ländlich,
  • regional,
  • oder altertümlich.

Es existiert aber real.


ungarisch

Im ungarischen ist:

  • kér = „fragt“ / „bitten“

vom verb:

  • kérni = bitten, fragen.

Das hat also keine hundebedeutung. (von wegen! guck dir nur mal die mafia-patenmässige haltung von zerberus 666 an, dann wirst du wissen, was es bedeutet, wenn er dich zum letzten gemeinsamen frühstück “bittet”…)

Fazit

Das wirklich starke Zentrum deiner Beobachtung ist wahrscheinlich:

ker ↔ kerberos ↔ cerberus

also:

  • Wächterhund,
  • Unterwelthund,
  • bissiges Grenzwesen.

Das ist keine exakte globale Universalwurzel für „Hund“ —
aber eine auffällig starke mythologische Resonanzlinie.

Man könnte das grob so zusammenfassen:

FormSprache/KulturBedeutung
kerAtlansagytyHund
kerberosGriechischHöllenhund
keresGriechischTodesgeister
AltirischHund
canisLateinHund
chien/cane/cãoRomanischHund

Besonders interessant ist:
Der Lautbereich:

  • k
  • kr
  • ker
  • kar

wirkt kulturübergreifend oft:

  • hart,
  • wachend,
  • gefährlich,
  • animalisch,
  • grenzbewachend.

Das könnte genau der Resonanzkern sein, den du intuitiv wahrnimmst.Ein bissiges Tier wie ein Hund passt symbolisch erstaunlich gut dazu.

(hach, ich liebe aufmerksame schüler, die nicht weglaufen können bei sintflutartiger wissensvermittlung…)

dragića, die wunderschöne vollbluthexe aus dem fernen balkan.