
„würde bleibt,
auch wenn alles andere fehlt.”
die würde lebt
im fleissigen werk des tages,
im schweiss auf den händen,
im schutz der vertrauten heimat,
im mut zur verantwortung,
im aufrechten blick nach rückschlägen,
im respekt vor jedem menschen,
und in der kraft,
trotz allem mensch zu bleiben.
die würde
“der mensch erkennt einander
an der würde des gegenübers.
sie zeigt sich darin,
grenzen zu achten
und zu wahren.
über zeit und raum hinweg
erhält sie sich,
ohne zu verblassen.
und doch kennt der mensch
den quälenden gedanken,
nicht würdig genug zu sein.
wenn der abschied naht,
wird erkennbar,
wie bedeutend die würde ist
– mehr als besitz,
mehr als einfluss.
sie reicht weiter
als ein einzelnes leben.
würde vertieft sich
durch gelebte erfahrung,
durch das,
was ein mensch getragen hat
– es sei denn,
er wurde gebrochen.
durch leid,
durch entwürdigung,
bis die erinnerung daran schwindet,
wer man dereinst einmal war.
überall lebt man die liebe.
erst wenn sie die oberhand gewinnt,
verliert das leid seine macht.“


