
“mer vergisst net, wu mer herkumme.”
“wir vergessen nicht, wo wir herkommen”
tief unner de ääd
ruht d wurzel
kei aug sieht si
un doch hält si fest
stürm ziehn driewer
d johr vergehn
d wurzel bleibt
sie weiss wu si herkummt
un verliert sich net.
tief unter der erde
ruht die wurzel
kein auge sieht sie
und doch hält sie fest
stürme ziehen drüber
die jahre vergehen
die wurzel bleibt
sie weiss, wo sie herkommt
und verliert sich nicht.
d würd
“dr mensch erkennt dr annere
an dr würd vum gegeiwwer.
si weist sich drin,
grenze ze achte
un ze wahre.
iwwer zitt un raum ewech
erhält si sich,
ohni ze verblasse.
un doch kennt dr mensch
dr quälende gedanke,
nit würdig genuag ze sinn.
wenn dr abschied noht,
wird sichtbaar,
wie bedeutend d würd is
– mehr als besitz,
mehr als iifluss.
si reicht weiter
als e einzel läwe.
d würd wird tiefer,
durch alles,
was e mensch im läwe gedrage hot
– es sei denn,
er is dran zerbroche.
durch leid,
durch entwürdigung,
bis mer fascht vergisst,
wer mer emol worre is.
iwwerall lebt mer d lieb.
erscht wenn si d oberhand gewinnt,
hot s leid ken macht meh.“


