1.1 – Der Kreis

„Im Kreis der Flammen sind wir geborgen,
getragen von Nähe, geschützt bis zum Morgen.”


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Der Ursprung
ruht im Nebel der Vorzeit.
Erst der Mensch
lernt zu erkennen,
im Kreis der uralten Lieder,
was einst geschah,
was der Vater
des Urahns sah,
fühlte, erkannte.


Der Kreis ist das älteste Bild von Gemeinschaft


Wer im Kreis sitzt, gehört dazu.
Alle sitzen gleich weit entfernt vom zentralen Feuer,
das wärmt, nährt und verbindet.

Im Kreis gibt es kein „Ich“.
Das „Wir“ ist kein Ideal,
sondern eine räumliche Tatsache.

Ein Fremder, der den Kreis betritt,
wird zunächst Acon genannt.
Doch wer bleibt, zuhört, teilt und lernt,
wird zum Con –
zum Freund.

Der Kreis ist offen,
aber nicht grenzenlos.

Denn mit jeder neuen Person wächst sein Umfang,
und jeder rückt weiter vom Feuer weg.
Wird der Abstand zu groß,
verliert das Feuer seine Wirkung
und wird als nicht mehr vorhanden wahrgenommen.

Darum lebt der Kreis vom Maß.

Wenn neue, unerfahrene Fremde aufgenommen werden,
brechen erfahrene Mitglieder auf.
Sie tragen Wissen, Geschichten, Lieder, Bräuche und Fähigkeiten
in andere Kreise
oder gründen neue.

Kein Abschied ist Verlust.

Denn jede Rückkehr in den alten Kreis
schürt das zentrale Feuer neu.
Mit Inspiration, Erinnerung und Erfahrung.

So kann der Kreis wachsen,
ohne zu erlöschen.

Mehr Energie erlaubt einen größeren Kreis.
Mehr Austausch hält das Feuer lebendig.

Der Kreis lebt
durch Weitergabe,
durch Bewegung,
durch interkulturellen Austausch.

So erhält er sich
und erneuert sich zugleich.